Eine Caldera statt eines einzelnen Vulkankegels
Die Phlegräischen Felder erstrecken sich westlich von Neapel von Monte di Procida bis Posillipo und setzen sich unter dem Golf von Pozzuoli fort. Die heutige Landschaft entstand durch große explosive Eruptionen, Calderenbildung und zahlreiche spätere Eruptionszentren. Dadurch liegen Krater, Tuffringe und vulkanische Seen dicht neben dicht.
Mehr als 70 Eruptionen in den letzten 15.000 Jahren
Nach Angaben der italienischen Protezione Civile ereigneten sich innerhalb der Caldera in den letzten 15.000 Jahren mehr als 70 Eruptionen. Sichtbare Formen wie Astroni, Solfatara und Lago d’Averno gehören zu dieser jungen vulkanischen Landschaft. Die bislang letzte Eruption fand 1538 statt und bildete innerhalb weniger Tage den Monte Nuovo.
Bradyseismus: wenn sich der Boden hebt und senkt
Ein Schlüsselphänomen der Campi Flegrei ist der Bradyseismus. Dabei hebt oder senkt sich der Boden über längere Zeiträume. Phasen stärkerer Hebung können von flachen Erdbeben begleitet werden. Besonders anschaulich ist die Geschichte am antiken Macellum von Pozzuoli, oft „Serapeum“ genannt: Bohrspuren mariner Organismen an den Säulen dokumentieren frühere Änderungen der relativen Meereshöhe und damit die vertikale Bewegung des Bodens.
Fumarolen und hydrothermale Aktivität
Gasemissionen und Fumarolen zeigen, dass das hydrothermale System aktiv ist. Für eine geologische Exkursion sind deshalb nicht nur Kraterformen interessant, sondern auch hydrothermal veränderte Gesteine, mineralische Ablagerungen, Störungen und die Beziehung zwischen Untergrund, Küste und Siedlungsraum.
Eine Landschaft unter ständiger Beobachtung
Die Campi Flegrei werden intensiv durch das INGV – Osservatorio Vesuviano überwacht. Da sich Seismizität, Bodenhebung und geochemische Parameter verändern können, sollten aktuelle Zustands- und Sicherheitshinweise immer unmittelbar vor einem Ausflug geprüft werden.
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