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Casamicciola Terme

Casamicciola Terme verbindet eine jahrhundertealte Thermaltradition mit bedeutender Erdbebenforschung und einer besonders abwechslungsreichen Vulkanlandschaft. Rund um Piazza Bagni liegen die historischen Gurgitello-Quellen; oberhalb des Ortes führen Wege in die Wälder des Rotaro-Komplexes und zum Monte Epomeo.

Thermalort zwischen Küste und Epomeo

Die Gemeinde liegt an der Nordküste Ischias und reicht vom Hafen und den Küstenbädern bis in die bewaldeten Höhen am Nordhang des Monte Epomeo. Thermalwasser, Vulkanismus und die Folgen historischer Erdbeben haben die Entwicklung des Ortes besonders stark geprägt.

Piazza Bagni, Gurgitello und Antiche Terme Belliazzi

Piazza Bagni ist das historische Zentrum der Thermalkultur von Casamicciola. Die Piazza Bagni und Gurgitello sowie die Antiche Terme Belliazzi wurden in ihrer heutigen monumentalen Form 1854 auf dem bereits lange genutzten Gurgitello-Bad errichtet. Giulio Iasolino beschrieb die Thermalquellen Ischias und den Gurgitello bereits 1560 in seinem Werk über die natürlichen Heilmittel der Insel. Das Haus ist weiterhin als Thermalbetrieb aktiv. Öffnungszeiten, Anwendungen und medizinische Angebote können sich ändern und sollten vor einem Besuch direkt beim Betrieb geprüft werden.

Giuseppe Garibaldi in Casamicciola

Auch Giuseppe Garibaldi gehört zur Geschichte des Kurortes. Er kam am 19. Juni 1864 nach Ischia und hielt sich rund einen Monat in Casamicciola auf, zunächst bei den Terme Manzi und anschließend in einer Villa im Ort. Sein Aufenthalt trug zusätzlich zum internationalen Ruf Casamicciolas als Thermalkurort des 19. Jahrhunderts bei.

Das Erdbeben von 1883 und das geodynamische Observatorium

Das schwere Erdbeben von Casamicciola ereignete sich am 28. Juli 1883. Als unmittelbare Folge erhielt die systematische Erdbebenbeobachtung in Italien starken Auftrieb. Das geodynamische Observatorium an der Grande Sentinella wurde 1884 nach Plänen von Giulio Grablovitz gegründet und wenige Jahre später in Betrieb genommen. Grablovitz entwickelte und nutzte auf Ischia ungewöhnliche Messinstrumente, darunter wassergefüllte seismische Becken. Das Gebäude und seine wissenschaftliche Geschichte sind heute ein wichtiges Zeugnis der frühen italienischen Seismologie.

Rotaro und Bosco della Maddalena

Östlich und oberhalb von Casamicciola liegt der mehrphasige Rotaro-Vulkankomplex. Im Bosco della Maddalena liegen Kraterformen, Lavadome, vulkanische Ablagerungen und hydrothermale Erscheinungen dicht beieinander. Dazu gehören auch der Funnulillo, der Dom von Pietra di Voie, ein Dyke und die Fumarolen beim Fußballplatz. Der Wald ist im August 2026 wegen abgestorbener Pinien nach Borkenkäferbefall stellenweise schlecht begehbar; Wege können durch tote Bäume und Forstarbeiten beeinträchtigt sein.

Hafen und Piazza Marina

Der Hafen von Casamicciola ist neben Ischia Porto ein wichtiger Ankunftsort für Schiffe vom Festland. Piazza Marina, Uferpromenade und Hafen bilden das lebendige Zentrum an der Küste. Fähr- und Schnellbootverbindungen verändern sich je nach Saison; für die Anreise sollten deshalb die jeweils aktuellen Fahrpläne geprüft werden.

Thermalparks und Badeplätze

An der Küste in Richtung Ischia liegen die Thermalanlagen Castiglione und Bagnitiello. Der Badeplatz Bagnitiello ist durch vulkanische Felsen geprägt und eignet sich besonders für Gäste, die eine kleine, felsige Bucht suchen. Die Spiaggia di Suor Angela bietet dagegen einen leichter zugänglichen Sandstrand in Hafennähe. Zugänge, Strandbewirtschaftung und Betriebszeiten können saisonal variieren.

Unterwegs mit dem Bus

Casamicciola ist in das Inselnetz der EAV eingebunden. Da die früher üblichen Linienbezeichnungen inzwischen durch neue dreistellige Kennungen ersetzt wurden und sich Fahrpläne saisonal ändern, führen wir hier bewusst keine alten Busnummern aus früheren Reiseführern weiter. Nutzen Sie die aktuellen EAV-Buslinien und Fahrpläne auf Ischia.

Casamicciola in Bildern

Hafen, Thermaltradition, Wälder und Vulkanlandschaft finden Sie auch in unserer Fotogalerie Casamicciola Terme.

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