Archäologie & Geologie

Aenaria – die versunkene römische Siedlung in Cartaromana

Vor Ischia Ponte liegt in der Bucht von Cartaromana eine außergewöhnliche archäologische Fundlandschaft unter Wasser. Die als Aenaria bezeichnete römische Siedlung verbindet Hafen- und Wirtschaftsgeschichte mit Thermalquellen, Küstendynamik und der geologischen Entwicklung der Vulkaninsel.

Eine römische Siedlung unter dem Meer

Archäologische Strukturen und Funde in Cartaromana werden mit dem römischen Aenaria verbunden. Fachliteratur beschreibt dort Villen, Thermalbecken und gewerblich-industrielle Aktivitäten. Teile der Fundstelle liegen heute ungefähr 5 bis 7 Meter unter dem Meeresspiegel.

Hafen, Handwerk und Metallverarbeitung

Die geschützte Bucht war für maritime Aktivitäten günstig. Funde und Untersuchungen weisen auf einen Hafen- und Produktionsbereich hin, in dem unter anderem Metalle verarbeitet wurden. Ältere Texte leiteten den Namen Aenaria direkt vom lateinischen aenum beziehungsweise von Metall ab. Diese Deutung ist anschaulich, sollte aber nicht als einzig gesicherte Etymologie dargestellt werden.

Warum liegt Aenaria heute unter Wasser?

Frühere Pithecusa-Texte erklärten die Überflutung sehr eindeutig mit einem einzelnen Vulkanausbruch und einer plötzlichen tektonischen Absenkung. Diese Darstellung ist zu einfach. Auf Ischia wirken vulkanotektonische Deformation, lokale Subsidenz, Küstenentwicklung, Meeresspiegelschwankungen und hydrothermale Prozesse über lange Zeiträume zusammen. Die genaue Entwicklung der Fundstelle ist deshalb Gegenstand archäologischer und geowissenschaftlicher Forschung.

Thermalquellen in Cartaromana

Die Bucht ist bis heute hydrothermal aktiv. Submarine Thermalquellen und Gasemissionen zeigen die Verbindung zwischen dem archäologischen Ort und dem aktiven hydrothermalen System Ischias. Diese Besonderheit macht Cartaromana zu einem seltenen Ort, an dem Archäologie und Vulkanologie unmittelbar nebeneinander beobachtet werden können.

Die Forschung geht weiter

Die zuständige staatliche Denkmalbehörde hat 2024 erneut auf aktuelle Unterwasserforschungen und neue Entdeckungen entlang der Küsten Ischias hingewiesen. Aenaria ist damit keine abgeschlossene Geschichte, sondern ein weiterhin untersuchtes archäologisches Gebiet.

Ischia Ponte als Ausgangspunkt

Cartaromana liegt unmittelbar hinter dem Castello Aragonese. Die Geschichte lässt sich gut mit einem Besuch von Castello Aragonese und Ischia Porto und Ischia Ponte verbinden.

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